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Wildblume des Jahres 2020

Fieberklee, Menyanthes trifoliata. Bild: Günter Hermann

Der Fieberklee, Menyanthes trifoliata      
 
Der Fieberklee ist eine Pflanze der Moore. Ihr Standort ist  nässegebunden, in Moortümpeln, Ufern von Gräben und Teichen. Sie ist, wie viele Arten der Moore sehr selten geworden.






 Vogel des Jahres 2020 - Die Turteltaube, Streptopelia turtur


Turteltaube Streptopelia turtur Bild: NABU

Die Turteltaube ist eine Charakterart der warmen Tiefebene. Sie bevorzugt busch- und baumbestandenes Offenland aber auch lichte Wälder, Parks und Auwälder.
Gegenüber anderen europäischen Ländern, in denen nicht so intensive Agrarwirtschaft und geringerer Herbizideinsatz zu verzeichnen ist, ist die Turteltaube in Deutschland stark im Rückgang.
Kräuter- Blumen- und Grassamen sind ihre Nahrung. Sie ist auf Kleinhabitate wie hohe Stauden, Sträucher, Wasserstellen und Brachstrukturen im Ackerland angewiesen.

Bei der heutigen intensivsten Landbewirtschaftung hat sie bei uns kaum eine Chance. Das unten zu den Wiesenfaltern gesagte gilt auch für diese Vogelart.

 

 

Grüner Zipfelfalter, Callophrys rubi. Bild: Günter Hermann

Schmetterling des Jahres 2020
Grüner Zipfelfalter, Callophrys rubi

Der Grüne-Zipfelfalter lebt in verschiedensten Lebensräumen. In Wäldern, Wachholderheiden, Mooren, Streuobstwiesen, Ruderalbiotopen und Feuchtgebieten kann man ihn antreffen. So breit gefächert ist auch das Nahrungsspektrum der Raupe: Ginstergewächse, Sonnenröschen und Gamander, Hartriegel und Faulbaum sowie Kleearten. Der Tagfalter ist bei uns in Baden-Württemberg noch vertreten aber bereits auf der Vorwarnliste.

In unsere übernutzten Kulturlandschaft findet er immer weniger Nischen, Brachen, wo er sich ungestört entwickeln kann.

Blühstreifen helfen dem Grünen Zipfelfalter nicht!

Speer-Azurjungfer, Coenagrion hastultum. Bild: Sven Ehret


Libelle des Jahres 2020

Speer-Azurjungfer, Coenagrion hastulatum

Die Speer-Azurjungfer ist eine Art der Kleinlibellen, der Schlankjungfern. Die Männchen (Bild) weisen eine typische Kennzeichnung auf dem azurfarbenen Hinterleib auf. Die Färbung und vor allem das Kennzeichen auf dem 2. Hinterleibssegment  kann zur Artbestimmung herangezogen werden. Bei der Speer-Azurjungfer gleicht diese eben einem Speer.

Die Speer-Azurjungfer ist eine Libelle der Moore. In Deutschland ist die Libelle stark gefährdet.

"Die Normalität ist eine gepflastere Straße, man kann gut darauf gehen - doch es wachsen keine Blumen auf ihr."  Vincent van Gogh  

Man muss die Menschen wieder dazu erziehen, dass sie eine Blume schöner finden als Beton"  Konrad Lorenz  


2020 bei mir im Focus bei Führungen und in der praktischen
Naturschutzarbeit, als Sinnbild für eine artenreiche Kulturlandschaft:
DIE WIESENFALTER
 

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Hallo, wir sind die Wiesenfalter
Wiesenfalter.pdf [2.1 MB]

                                                            HALLO,

                                   WIR SIND DIE WIESENFALTER   

 

Wir waren gemein, gewöhnlich, überall, wo es Wiesen gab sehr häufig anzutreffen.

Wir heißen Schornsteinfeger, Schachbrett, Kleines Wiesenvögelchen und Ochsenauge.

Heute gaukeln wir immer noch über die Grünlandflächen. Aber es sind nur noch besondere Wiesen, wo wir uns wohl fühlen und noch in großer Zahl fliegen.
Der Mensch ist eigentlich unser Freund, er nutzt und erhält die Wiese, unseren Lebensraum.  

Eigentlich ist beim Wiesenfalter alles ganz einfach, die Raupe frisst an diversen Gräsern und die fliegenden Insekten saugen Nektar an Wiesenblumen.
Die Entwicklungs-Biologie weist kein besondere Abhängigkeit oder Anpassung an seltene Futterpflanzen auf.
Die Flugzeit ist in der Regel von Juni bis Juli in einer Generation. Nur beim Kleinen Wiesenvögelchen gibt es 2-3 Generationen, die Falter sind dann noch im Sept./Okt.  anzutreffen.
Die Kleine Raupe überwintert auf der Wiese und frisst im Frühjahr weiter.
Im Juni ist 2-3 Wochen Puppen- ruhe. Die Stürzpuppe hängt im unteren Bereich eines Grasbüschels und im Juli schlüpft der Falter um den Kreislauf zu schließen.

In der Entwicklungsbiologie liegt dennoch heutzutage die Gefahr für die Larvenstadien:
Zu frühes, zu kurzes Mähen oder  Mulchen mit Liegenlassen der Streu gefährdet die Raupen (Fäulnis/Pilze)
Wegen der Puppenruhe im Juni können sich die Wiesenfalter nur in spät gemähten Wiesen         (Mahd frühest Anfang Juli) entwickeln. Und wo gibt es die noch?
Möglich ist auch eine erfolgreiche Entwicklung in 2-Schnitt-Wiesen. Dann sollte die fast erwachsene Raupe aber den ersten Schnitt, Ende Mai überleben.

Kleine Rückzugsgebiete mit Wiesenaltgras oder ungenutzte Brachen gibt es immer weniger.
Ackerränder, Wiesenwege, Wegsäume, Straßen-, Graben- und Uferböschungen fallen heute oft dem Ordnungssinn von uns Menschen zum Opfer, werden mehrmals im Jahr gemäht. Die Streu bleibt dabei in aller Regel noch liegen.

Was können wir alle tun ?

Genau das, was oben skizziert ist unterlassen. Etwas „Unordnung“ in der Landschaft tolerieren und überall, wo gemäht wird Altgrasinselchen stehen lassen.

Brachland = Wiesenfalterland

 

HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH DEM LONETAL UND ACHTAL ZUR NOMINIERUNG ALS UNESCO WELTERERBE - Juli 2017


Vogelherdhöhle im Lonetal



www.archaeopark-vogelherd.de