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LONEALB

 

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2022 - HOFFNUNG - ZUVERSICHT - GEMEINSAMKEIT

Liebe Besucherin, lieber Besucher,

ich wünsche Ihnen ein gesundes und glückliches neues Jahr, mit Zuversicht und Hoffnung. Sicherlich können auch bald wieder "normale" Gruppenführungen stattfinden.

Ich freue mich auch Sie/Euch.

Holger Müller


Alle Angebote und Termine auf lonealb unter dem Vorbehalt
der jeweils aktuellen Corona Verordnung!



Wildblume des Jahres 2022

 

Vierblättrige Einbeere, Paris quarifolia

Vierblättrige Einbeere, Paris quarifolia. Im Bärlauchblütenstand. Bild: Harald Hägele

Die Vierblättrige Einbeere (es gibt einzelne Exemplare auch mit fünf Blättern) ist eine typische Auwaldpflanze mit einer (daher der Name) markannten Blüte (Frucht) auf einem Stängel in der Mitte. Die Pflanze, insbesondere die Frucht ist giftig. In manchen Gegenden hat sie auch den volkstümilchen Namen "Wolfsbeere" oder "Teufelsbeere" wie anderer Pflanzen auch, die mit ihrem Beinamen auf ihre Giftigkeit hinweisen.





Bei uns ist sie in den Auwäldern der Donau weit verbreitet. Mit ihren elliptischen großen Blätern ist sie gut zu erkennen und bildet gelegentlich große Dominanzbestände.  


Vogel des Jahres 2022

Der Wiedehopf, Upupa epops


Wiedehopf, Upupa epops. NABU Archiv-Thomas Hinsche

Er bringt nicht nur der Braut den Topf, er ist sehr rar geworden in unserer Kulturlandschaft. Der schöne wärmeliebende Vogel ist in Deutschland schon immer eher selten. Er liebt lichte Wälder, große Streuobstbestände und Parklandschaften aber vor allem auch extensive Weiden. Letztere zumindest sind in unserer Kulturlandschaft wieder auf dem Vormarsch. Eine Chance, eine Hoffnung den farbenprächtigen Vogel bald wieder öfters zu sehen.
Der Wiedehopf ist bei uns im Sommer als Brutvogel anzutreffen.

 

 Schmetterling des Jahres 2022

Kaisermantel, Argynnis paphia

Lichte Wälder, die vielerorts zunehmend seltener werden waren oben bei der Wildpflanze des Jahres bereits ein Thema. Den schönen und imposannten Kaisermantel, bei dem sich die Geschlechter gut unterscheiden lassen, trifft man noch oft an Waldwegen und Waldrandstreifen an. Sonne und Licht mag er. Er ist eine Lichtwaldart. Seine Raupen fressen nur an Veilchenarten. Bei einer zu hohen und dichten Krautschicht im Wald können die Veilchen dem Konkurrenzdruck der anderen Pflanzen am Waldboden nicht standhalten. Wieder ein gutes Beispiel der Anpassung von Pflanze und Insekt. Dem Kaisermantel kann man im Wald leicht helfen - der Forst bräuchte nur die eine oder andere Waldweide genehmigen, z.B. im Randbereich zum Offenland als Waldrandpflege. Teilbeweidung, wie sie früher überall stattgefunden hat, wäre für die Art optimal.

Fichtenmonokulturen helfen dem Kaisermantel nicht! Aus Forsten wieder Wälder machen ist angesagt!


Libelle des Jahres 2022

Kleine Pechlibelle, Ischnura pumilio

Kleine Pechlibelle, Ischnura pumilio. Bild Sven Ehret.


Die Männchen der Kleinen Pechlibelle und die der Schwesternart Große Pechlibelle sind an einem blauen "Schlußlicht" auf dem letzten bzw. vorletztem Hinterleibsegment zu erkennen. Beim Weibchen fehlen diese Schlußlichter. Zusammen mit der Zwerglibelle ist die Kleine Pechlibelle unserer kleinste Libellenart. Sie ist eine typische Pionierart und besiedelt z.B. vegetationsarme Tümpel, wassergefüllte Fahrspuren und Überschwemmungsflächen. Verändern sich die Gewässer mit der Zeit macht sie anderern Arten Platz.

Die Kleine Pechlibelle ist bei uns seltener als ihre Schwesternart anzutreffen. Mit ihrere Wahl zur Libellenart des Jahres macht sie auch auf das Verschwinden vieler Kleingewässer in unserer Kulturlandschaft aufmerksam, die dort keinen Platz und keine Duldung mehr finden.

 


"Die Normalität ist eine gepflastere Straße, man kann gut darauf gehen - doch es wachsen keine Blumen auf ihr."  Vincent van Gogh  

Man muss die Menschen wieder dazu erziehen, dass sie eine Blume schöner finden als Beton"  Konrad Lorenz  


2022 bei mir im Focus bei Führungen und in der praktischen
Naturschutzarbeit, als Sinnbild für eine artenreiche Kulturlandschaft:
DIE WIESENFALTER
 

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Hallo, wir sind die Wiesenfalter
Wiesenfalter.pdf [2.1 MB]

                                                            HALLO,

                                   WIR SIND DIE WIESENFALTER   

 

Wir waren gemein, gewöhnlich, überall, wo es Wiesen gab sehr häufig anzutreffen.

Wir heißen Schornsteinfeger, Schachbrett, Kleines Wiesenvögelchen und Ochsenauge.

Heute gaukeln wir immer noch über die Grünlandflächen. Aber es sind nur noch besondere Wiesen, wo wir uns wohl fühlen und noch in großer Zahl fliegen.
Der Mensch ist eigentlich unser Freund, er nutzt und erhält die Wiese, unseren Lebensraum.  

Eigentlich ist beim Wiesenfalter alles ganz einfach, die Raupe frisst an diversen Gräsern und die fliegenden Insekten saugen Nektar an Wiesenblumen.
Die Entwicklungs-Biologie weist kein besondere Abhängigkeit oder Anpassung an seltene Futterpflanzen auf.
Die Flugzeit ist in der Regel von Juni bis Juli in einer Generation. Nur beim Kleinen Wiesenvögelchen gibt es 2-3 Generationen, die Falter sind dann noch im Sept./Okt.  anzutreffen.
Die Kleine Raupe überwintert auf der Wiese und frisst im Frühjahr weiter.
Im Juni ist 2-3 Wochen Puppen- ruhe. Die Stürzpuppe hängt im unteren Bereich eines Grasbüschels und im Juli schlüpft der Falter um den Kreislauf zu schließen.

In der Entwicklungsbiologie liegt dennoch heutzutage die Gefahr für die Larvenstadien:
Zu frühes, zu kurzes Mähen oder  Mulchen mit Liegenlassen der Streu gefährdet die Raupen (Fäulnis/Pilze).
Wegen der Puppenruhe im Juni können sich die Wiesenfalter nur in spät gemähten Wiesen         (Mahd frühest Anfang Juli) entwickeln. Und wo gibt es die noch?
Möglich ist auch eine erfolgreiche Entwicklung in 2-Schnitt-Wiesen. Dann sollte die fast erwachsene Raupe aber den ersten Schnitt, Ende Mai überleben.

Kleine Rückzugsgebiete mit Wiesenaltgras oder ungenutzte Brachen gibt es immer weniger.
Ackerränder, Wiesenwege, Wegsäume, Straßen-, Graben- und Uferböschungen fallen heute oft dem Ordnungssinn von uns Menschen zum Opfer, werden mehrmals im Jahr gemäht. Die Streu bleibt dabei in aller Regel noch liegen.

Was können wir alle tun ?

Genau das, was oben skizziert ist unterlassen. Etwas „Unordnung“ in der Landschaft tolerieren und überall, wo gemäht wird Altgrasinselchen stehen lassen.

Brachland = Wiesenfalterland

 

HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH DEM LONETAL UND ACHTAL ZUR NOMINIERUNG ALS UNESCO WELTERERBE - Juli 2017


Vogelherdhöhle im Lonetal



www.archaeopark-vogelherd.de